Bergtour Hochvogel & Jubiläumsweg
24.–26. August 2026
Sommer, Berge, Panorama, Sonne und Regen, heiße Schuhsohlen, jede Menge Höhenmeter, Matratzenlager, Bio-Speisen, Gesellschaftsspiele und ganz viel gute Laune – kurz gesagt: drei Tage Schneeschuhverein auf Bergtour!
Montag, 24. August – Aufstieg zum Prinz-Luitpold-Haus
Treffpunkt: 9.30 Uhr in Hinterstein, Wanderparkplatz „Auf der Höh“
Tagesziel: Prinz-Luitpold-Haus, 1.846 m
Elf gut gelaunte Bergtourengeher – neun Erwachsene und zwei Kinder – stehen bereit. Rucksäcke geschultert, Wanderschuhe geschnürt, Motivation vorhanden. Die Wetterlage? Vielversprechend. Die Schuhsohlen? Noch frisch.
Ein Bus bringt uns vom Wanderparkplatz zum Giebelhaus auf 1.068 m. Und dann geht es los.
Zunächst wandern wir gemütlich über Almwiesen. Doch schon bald wird aus dem gemütlichen Wanderweg ein kleines Allgäuer Dschungelabenteuer. Der Weg wirkt, als hätte er in letzter Zeit eher mit Pflanzen als mit Wanderern Bekanntschaft gemacht. Etwas zugewachsen, hier und da ein Baumstamm quer über dem Weg – und schon waren Kletter- und Kriechfähigkeiten gefragt.
Nach der erfolgreichen Dschungeldurchquerung folgt ein kurzes Stück Fahrstraße, bevor wir wieder auf den Wanderpfad abbiegen. Vorbei an einem Wasserfall erreichen wir schließlich die Alpe Bärgündle auf 1.322 m.
Mittagspause!
Danach warten noch 524 Höhenmeter auf uns. Und die haben es in sich: zunächst über sonnige Almwiesen, dann durch Latschenkiefern und zum Schluss über Stein und Geröll.
Die Schuhsohlen beginnen langsam, ihre eigene Meinung zum Thema Bergtour zu entwickeln.
Doch schließlich ist es geschafft: Das Prinz-Luitpold-Haus liegt vor uns. Eine sonnige Terrasse, freundliche Wirtsleute und vor allem kühle Getränke sorgen dafür, dass die Lebensgeister schnell wieder zurückkehren. Kaffee und Tee werden ebenfalls gerne angenommen.
Ein Teil der Gruppe hat allerdings noch Reserven und beschließt, nach einer kurzen Pause den Wiedemerkopf (2.163 m) in Angriff zu nehmen.
Kurz vor dem Gipfel wird es jedoch ausgesetzter. Da weder Seil noch andere Sicherungsmöglichkeiten vorhanden sind, siegt die Vernunft über den Gipfelsturm: Umkehren ist heute die bessere Idee.
Zurück im Prinz-Luitpold-Haus wird das Matratzenlager bezogen. Danach wartet das wohlverdiente Abendessen.
Der erste Tag klingt gemütlich bei Gesprächen und Gesellschaftsspielen aus.
Dienstag, 25. August – Hochvogel und Kaiserschmarren
Der nächste Morgen beginnt mit einem Geräusch, das Bergsteiger normalerweise nicht unbedingt hören möchten:
Regen.
Nicht ein bisschen. Nicht „wird schon wieder“. Sondern Regen, der gemütlich auf das Dach des Matratzenlagers prasselt.
Dabei steht heute der Hochvogel (2.592 m) auf dem Programm – die „Pyramide des Allgäus“ und der dreizehnthöchste Berg der Allgäuer Alpen. Über seinen Gipfel verläuft die Grenze zwischen Bayern und Tirol.
Aber Berge laufen bekanntlich nicht weg. Und deshalb wird zunächst einmal vernünftig geplant.
Zwei Gruppen werden gebildet:
Gruppe A – Hochvogel: 7 Teilnehmer mit Markus Schmid
Gruppe B – Hornbachjoch: 3 Teilnehmer mit Uli Bayer
Ursel schont ihr Knie und bleibt im Prinz-Luitpold-Haus.
Gruppe A startet kurz nach 8.00 Uhr bei Regen. Gruppe B folgt gegen 9.30 Uhr. Bei ihr ist es zunächst immerhin trocken – dafür herrscht dichter Nebel.
Später setzt auch bei Gruppe B wieder Regen ein. Zwischendurch lichtet sich der Nebel etwas und gibt zumindest einen kleinen Hinweis darauf, dass sich rundherum tatsächlich Berge befinden.
Der felsige Weg ist durch die Nässe rutschig. Jetzt heißt es: Kopf einschalten, Füße vorsichtig setzen und bloß nicht übermütig werden.
Nach etwa einer halben Stunde entscheidet sich Gruppe B zur Umkehr. Der steile, rutschige Weg wirkt für den weiteren Aufstieg und besonders den späteren Abstieg zu riskant.
Auch Gruppe A trennt sich an der Kaltwinkelscharte. Dort pfeift ein kalter Wind und die Sicht in die Ferne zeigt nichts.
Zwei Teilnehmerinnen steigen zurück zum Prinz-Luitpold-Haus. Fünf versuchen sich zunächst weiter am Hochvogel-Aufstieg.
Doch auch hier siegt schließlich die Vernunft. Bei diesen Bedingungen wird auf den Gipfel verzichtet und ebenfalls umgedreht.
Gegen 14.00 Uhr sind alle wieder im Prinz-Luitpold-Haus.
Und nun kommt der Moment, in dem der ausgefallene Gipfel plötzlich gar nicht mehr so schlimm erscheint:
Kaiserschmarren mit Zwetschgen oder Apfelmus!
Alternativ gibt es Apfelstrudel mit Vanillesoße.
Spätestens jetzt ist klar: Auch ein Regentag am Berg kann seine kulinarischen Höhepunkte haben.
Der Nachmittag wird mit einem kleinen Schläfchen, gemütlichen Gesprächen und Gesellschaftsspielen verbracht.
Mittwoch, 26. August – Jubiläumsweg & Schrecksee
Am Vorabend war bereits klar: Morgen wird es schön! Und tatsächlich – die Sonne scheint.
Perfekt, denn heute steht der teilweise anspruchsvolle Jubiläumsweg auf dem Programm, der zu den schönsten Streckenwanderungen im Allgäu zählt.
Kurz nach 8.00 Uhr starten wieder alle elf Bergtourengeher, diesmal erneut in zwei Gruppen.
Gruppe A (7 TN) – Jubiläumsweg und Schrecksee
Rund 300 Höhenmeter bergauf und bergab, weitere 100 Höhenmeter hinauf und anschließend 1.050 Höhenmeter hinunter nach Hinterstein. Insgesamt etwa 10 km, rund sieben Stunden Gehzeit plus eine Stunde Pause. Bergführer: Markus Schmid
Der Jubiläumsweg schlängelt sich vom Prinz-Luitpold-Haus auf einem schmalen Pfad Richtung Bockkarscharte. Nach der Scharte geht es zunächst bergab – teilweise mit Seilsicherung und Metallstufen.
Auf etwa 1.800 bis 1.900 m führt der Weg unterhalb der Lärchenwand, der Sattelköpfe und der Schänzlespitz weiter Richtung Schrecksee. Der Regen vom Vortag hat allerdings für eine kleine Überraschung gesorgt: Manche Passagen sind matschig und rutschig. Kurz vor dem Schrecksee wartet noch die Lahnerscharte. Danach öffnet sich plötzlich der Blick auf den See. Und der Anblick entschädigt für so manchen matschigen Schritt.
Der wunderschön gelegene Schrecksee mit seiner kleinen Insel in der Mitte ist ein echtes Allgäuer Postkartenmotiv. In den 1950er-Jahren wurde der See aufgestaut und lädt heute bei entsprechendem Wetter sogar zum Baden ein.
Wir begnügen uns zunächst mit der Mittagspause. Brotzeit aus dem Rucksack, Sonne und ein herrlicher Blick auf den See – Bergsteiger-Glück kann so einfach sein.
Doch dann heißt es: Weiter geht’s! Denn vor uns liegen noch 1.050 Höhenmeter Abstieg. Der Weg führt zunächst direkt am Seeufer entlang, bevor der konditionell anspruchsvolle Teil beginnt. Durch die Feuchtigkeit vom Vortag sind die Felsen weiterhin rutschig. In kleinen Kehren und teilweise fast in der Falllinie geht es Schritt für Schritt bergab. Gegen 16.40 Uhr erreicht die Gruppe schließlich das Elektrizitätswerk Auele.
Geschafft!
Müde, verschwitzt und glücklich – und mit Schuhsohlen, die jetzt endgültig Feierabend haben möchten. Der Bus bringt die Gruppe zurück nach Hinterstein.
Gruppe B – etwas weniger Höhenmeter, aber nicht weniger Genuss
Gruppe B entscheidet sich für den kürzeren und direkteren Abstieg vom Prinz-Luitpold-Haus ins Tal Richtung Giebelhaus. Bergführer: Uli Bayer
Eine kleine Variante führt noch am Fuß des Wiedemerkopfs vorbei. Mit rund 800 Höhenmetern und etwa fünf Stunden Gehzeit ist diese Variante etwas gemütlicher. Bereits gegen 13.30 Uhr ist die Gruppe in Hinterstein und kehrt im Berghotel „Grüner Hut“ ein.
Und weil Warten hungrig macht, wird kurzerhand schon einmal das kulinarische Angebot getestet. Man muss schließlich Prioritäten setzen. Als schließlich auch Gruppe A eintrifft, ist die Freude groß:
Alle elf Bergtourengeher sind wieder vereint – unversehrt, zufrieden und mit ordentlich Hunger.
Drei Tage Bergtour und viele Eindrücke liegen hinter uns. Das macht Lust auf die nächste Bergtour!
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an unsere beiden Tourenführer Uli Bayer und Markus Schmid für die hervorragende Vorbereitung, die umsichtige Planung und die professionelle Begleitung während der gesamten Tour.
Gerade am Regentag hat sich gezeigt, dass eine gute Tourenführung nicht darin besteht, einen Plan, um jeden Preis durchzuziehen, sondern im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen.
Und natürlich ein großes Dankeschön an jeden einzelnen Teilnehmer! Es war eine ausgesprochen angenehme, lustige, generationenübergreifende und harmonische Gruppe. Eine tolle Gemeinschaft.
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